Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln
Regionale Angebote vor Ort


Der vordere Bereich des Außengeländes hatte sich seit längerer Zeit als unerlaubter Ablageplatz für Elektroschrott und Sperrmüll etabliert - zum Leidwesen der Bewohnenden, Anwohner*innen und Fachkräfte vor Ort. Dieser Bereich sollte nun in einem partizipativen Projekt umgestaltet und verschönert werden.
Am ersten Projekttag wurde zunächst der gesamte betroffene Bereich des Außengeländes von Müll und Sperrmüll befreit. Anschließend wurden Holzpfähle für den Zaun in den Boden eingelassen und der Steckzaun zwischen diesen befestigt. Trotz sehr warmer Temperaturen haben zahlreiche Personen aus der Unterkunft geholfen. Es gab für alle Personen und Altersgruppen die Möglichkeit, sich einzubringen, auch ohne schwere körperliche Arbeit z. B. durch Müll aufsammeln, kehren oder auch durch das Bereitstellen von Getränken und Verpflegung.
Bereits dieser erste Tag hat zu einer deutlich sichtbaren Aufwertung des Geländes gesorgt. Schon am Nachmittag haben sich einige Familien und Kinder auf den bereits vorhandenen Bänken aufgehalten und den neuen verschönerten Außenbereich genutzt.
Am zweiten Projekttag wurden dann Blumen und Pflanzen in die Erde gesetzt. Auch hier war die Beteiligung der Bewohner*innenschaft sehr hoch und die Freude an den bunten Blumen wurde von allen geteilt. Einige Bewohner*innen hatten viel Erfahrung in der Gartenarbeit und -pflege und freuen sich über eine Möglichkeit, einen „eigenen“ kleinen Garten nutzen zu können. Es fanden sich schnell Personen, die die weitere Pflege der Pflanzen übernehmen werden. Eine Familie aus dem Erdgeschoss der Unterkunft erklärte sich außerdem sofort bereit, die Blumen in der nächsten Zeit mit dem angeschafften Gartenschlauch zu gießen. Aufgrund der Hitzewelle wurde dieser aber zunächst kurzerhand als Wasserspiel für die Kinder umfunktioniert. Dadurch das der Müll beseitigt war und der Zaun eine Abgrenzung zur Straße bietet, wurde das Außengelände sofort von vielen Kindern als sicherer Raum zum Spielen angenommen.
Insgesamt war die Resonanz innerhalb der Bewohner*innenschaft über das Projekt durchweg positiv. Auch zum Zeitpunkt dieses Berichtes, mehrere Wochen nach dem Projekt, ist noch kein neuer Sperrmüll an der Unterkunft abgestellt worden und die Blumen und der Zaun werden sehr pfleglich behandelt.
Die Aktion wurde begleitet von viel Aufklärungsarbeit der Fachkräfte über die Entsorgung von Müll und Sperrmüll, es wird weitere Sensibilisierung der Bewohner*innenschaft für das Thema folgen.
Während der Aktion kamen die Bewohnenden und Fachkräfte mit vielen Passant*innen und Anwohner*innen ins Gespräch, die neben dem Gelände stehen blieben und sich interessiert über die Aktion austauschten. Auch hier wurde die Umgestaltung sehr begrüßt und der neue Garten als eine Aufwertung der Nachbarschaft empfunden. Es war eine regelrechte Erleichterung spürbar, dass dieser unliebsame Platz nun endlich verändert wird. Durch die Teilnahme der Bewohner*innen an der Aktion entstand eine Verbindung zu „ihrem“ Garten, die durch weitere Projekte und Maßnahmen dieser Art noch ausgebaut werden soll.
Bericht von A. Menzel, Caritasverband für die Stadt Köln e.V.
