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Köln - ANN macht möglich!:Caritaskreis St. Gereon in Merheim – mittlerweile 21 Jahre gelebte Nächstenliebe

Im Jahr 2005 gründete eine Gruppe katholischer Menschen aus Merheim den Caritaskreis St. Gereon. Ihre Idee: Nächstenliebe in der Nachbarschaft leben und Angebote für Bedürftige schaffen.
Datum:
2. Sept. 2026
Von:
Uli Thomas
Gruppenbild der Karnevalsgruppe von St. Gereon Merheim als Schäfchen von St. Gereon verkleidet. Etwa 100 Personen allen Altern mit vielen neuen Nachbarn

Fünf Jahre später stellte die GAG dem Caritaskreis Räume in der Hopfenstr. 76 zur Verfügung. Hier entstand der Merheimer Treff mit verschiedensten Angeboten. Damals schon gab es auch Angebote für „neue Nachbarn“ aus einer nahegelegenen Siedlung.

Im Jahr 2015 kamen viele weitere neue Nachbarn aus Syrien, dem Irak, Nigeria und anderen Ländern dazu und fanden durch den Caritaskreis das, was sie als erstes brauchten: Kleidung, Möbel, Deutschkurse, Fahrräder, Beratung und Orientierung in einem für sie fremden Land.

Seit diesem Zeitpunkt unterstützt die Aktion Neue Nachbarn regelmäßig das Engagement der Kirchengemeinde für Menschen mit Fluchterfahrung. Dadurch war es möglich, gute Ideen auch finanziell umzusetzen, wobei die Kirchengemeinde von Anfang an viel eigenes Geld in diese Arbeit gegeben hat und auch weitere Mittel von Dritten bekommt, um die vielen Ideen umzusetzen, die von Ehrenamtlichen entwickelt werden.

Heute sind viele der Menschen, die nach ihrer Flucht beim Caritaskreis ein neues Zuhause gefunden haben, selbst aktiv und helfen wiederum den neueren Nachbarn. Dabei ist ihre eigene Erfahrung eine wertvolle kulturelle Brücke . 
 

Wenn man die Liste der regelmäßigen Veranstaltungen und Aktionen liest, von denen manche mehrmals in der Woche stattfinden, kommt man ins Staunen: Bauspielplatz & Kreativangebote, Eltern-Café, Jobpaten, Exkursionen & Veranstaltungen für Familien und Kinder, 6 Gitarrengruppen, 5 Klaviergruppen, „Pfarr-Rad-Touren“, Übermittagsbetreuung, Lernförderung & Hausaufgabenhilfe, Tischtennis Club und weitere Angebote. Auch das sehr schwierige Thema Wohnen, an dem viele in Köln verzweifeln, wird durch das „Wohnungsprojekt-Team“ unterstützt. Es gelingt dem Team immer wieder, Wohnraum an Menschen mit Fluchterfahrung zu vermitteln, die Wohnung dann mit gespendeten Möbeln auszustatten und die Küchengeräte an Strom und Wasser anzuschließen – alles ehrenamtlich. Der ehrenamtliche Lotsenpunkt ist ein festes Beratungsangebot im Pfarrhaus und seit drei Jahren gibt es im Caritaskreis auch eine Ausgabestelle der Kölner Tafel, die wöchentlich mehr als 300 Menschen mit Lebensmitteln versorgt.

Was den Caritaskreis St. Geron aber vor allem auszeichnet, ist das Miteinander auf Augenhöhe und dass aus Fremden Freunde geworden sind. Etwa die Hälfte der Engagierten kamen selbst als Geflüchtete hierher und haben über den Caritaskreis Hilfe bekommen. Heute helfen sie Anderen – eine großartige Form der Selbstwirksamkeit, denn Geben ist ja bekanntlich seliger als Nehmen. Gemeinsam Feiern ist dabei auch wichtig wie man auf dem Foto sieht. Im Februar 2026 nahmen die „Schööfjer vun Zint Jereon“ (Schäfchen von St. Gereon), unter großer Beteiligung des Caritaskreises St. Gereon, am Merheimer Karnevalszug teil.

Als Aktion Neue Nachbarn freuen wir uns sehr, dass wir diese ehrenamtliche Hilfsstruktur von St. Gereon immer wieder unterstützen dürfen. Es zeigt die Kraft der gelebten Nächstenliebe und wie aus kleinen Anfängen großes werden kann. Ein mutmachendes Beispiel für lebendige Kirche.