Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln
Regionale Angebote vor Ort
Laut Bundesinnenministerium soll es ab sofort Integrationskurse nur noch für Menschen mit „positiver Bleibeperspektive“ geben.
Das CSU-geführte Bundesinnenministerium hat die Zulassung für Integrationskurse für rund die Hälfte derjenigen gestoppt, die bislang an solchen Kursen teilgenommen haben. Betroffen sind vor allem Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und Menschen, die mit einer Duldung in Deutschland leben, aber auch Arbeitsmigranten aus EU-Staaten. Um Kosten zu sparen, soll der Kreis derjenigen schrumpfen, für die der Staat die Kurse bezahlt"Integrationskurse stehen vor allem für diejenigen zur Verfügung, die dauerhaft in Deutschland bleiben können."
Auf Landesebene hat Flüchtlingsministerin Schäffer schon deutliche Kritik platziert. In einem Schreiben bittet sie Dobrindt, diese Praxis zu überdenken und "schnellstmöglich einzustellen".
https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/integrationskurse-bamf-nrw-100.html
Diese radikale Kürzung wird aktuell deutlich und öffentlich kritisiert, ganz aktuell von Caritas Deutschland Vorstand Oliver Müller:
"Die Entscheidung des Bundesinnenministeriums, die freiwillige Teilnahme an Integrationskursen zu stoppen, ist integrationspolitisch ein fatales Signal"
Genaueres ist diesem Domradio-Interview zu entnehmen:
Caritas Deutschland beteiligt sich am Appell „Schaden abwenden! Lernsperre aufheben! Deutschkenntnisse fördern!“ des Bündnisses Gesamtprogramm Sprache retten. Dazu Caritas-Vorstand Oliver Müller: „Sprache öffnet Türen: zu Arbeit, zu gesellschaftlicher Teilhabe und zu einer echten Perspektive in Deutschland. Der erfolgreiche Abschluss eines Integrationskurses ist für viele Menschen der entscheidende Schritt auf diesem Weg.“ Es ist daher völlig unverständlich, dass viele Zugewanderte, darunter auch Ukrainerinnen und Ukrainer als bislang größte Gruppe der freiwillig Teilnehmenden, von Integrationskursen ausgeschlossen werden sollen.
Gemeinsam mit vielen Partner:innen im Bündnis wird deshalb gefordert:
➡️ Den Zulassungsstopp zu Integrationskursen aufheben.
➡️ Die bedarfsgerechte, auskömmliche Finanzierung der Kursstrukturen sichern.
➡️ Langfristigen Schaden für Gesellschaft und Arbeitsmarkt verhindern: Ohne Sprachkenntnisse drohen prekäre Arbeitsverhältnisse, Abhängigkeit von Sozialleistungen und der Verlust internationaler Fachkräfte.
Auch Flüchtlingsbischof Heße äußert sich deutlich: „Damit wird eine erhebliche Hürde zu gelingender Integration aufgebaut",
Ein komplementäres Element in der aktuellen Empörungswelle stellt die Petition von GEW dar. Die Unterzeichner:innen fordern die Bundesregierung auf, den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verfügten Zulassungsstopp für Sprach- und Integrationskurse zurückzunehmen.