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Laufende Projekte in Hürth

Neue Nachbarn - auch am Arbeitsplatz: Jobpatenschaften für Geflüchtete

Aus allen Teilen der Welt sind Menschen zu uns nach Deutschland gekommen. Krieg, Katastrophen, Verfolgung und bittere Armut haben sie zur Flucht gezwungen. Sie mussten Vieles in ihrer Heimat zurücklassen. Oft wurden Familien auseinandergerissen. Auf der gefährlichen Flucht waren sie Entbehrungen und Strapazen, schlimmen Erlebnissen und Erfahrungen ausgesetzt.

Die Integration in Arbeit und Ausbildung spielt für eine faire Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle.

Inzwischen stehen der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen zwar deutlich weniger gesetzliche Hindernissen entgegen als noch vor wenigen Jahren; erhebliche faktische Hindernisse für eine faire Teilhabe an guter Erwerbsarbeit in Deutschland sind aber geblieben. Sprachbarrieren, Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse, die nicht anerkannt werden, unbekannte Berufsbilder, ungewohnte kulturelle Gepflogenheiten im Betrieb und im kollegialen Miteinander – all das macht für Geflüchtete die Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz besonders schwierig.

Genau hier setzt die Aktion Neue Nachbarn mit dem Projekt „Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz“ an: Wir bauen darauf, dass  Kontakt, Austausch und Akzeptanz viel dazu beitragen können, dass aus Fremden Nachbarn werden – auch am Arbeitsplatz. Sehr viele Menschen engagieren sich bereits auf vielfältige Weise in unseren Gemeinden für Geflüchtete. Die Jobpatenschaften im Projekt „Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz“ sind ein konkretes Angebot für all diejenigen, die an einem nachhaltigen, verbindlichen und auf das spezifische Thema „Arbeitswelt“ zugeschnittene Engagement interessiert sind.

Die ehrenamtlichen Jobpatinnen und Jobpaten unterstützen Geflüchtete mit persönlichen Gesprächen bei der Orientierung am Arbeitsmarkt und helfen ihnen so dabei, im ungewohnten kulturellen Umfeld als Person ihren je eigenen Weg zu gehen, also z.B. einen Beruf und Arbeitsplatz zu finden, der ihren Talenten und Wünschen entspricht. Dazu können sie Geflüchtete beispielsweise beim Besuch

im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur oder einer Kammer begleiten sowie Betriebsbesichtigungen, Orientierungspraktika und wo möglich auch Ausbildungs- oder Arbeitsstellen vermitteln. Sie können praktisch helfen, etwa beim Ausfüllen von Formularen, beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen oder beim Erwerb berufsbezogener Sprachkenntnisse. Vor allem aber vermitteln sie durch Weitergeben ihrer persönlichen Arbeitserfahrungen Kenntnisse über die Arbeitskultur in Deutschland (Sozialversicherung, Rechte eines Arbeitnehmers, Mitbestimmung etc.) und geben Tipps, was beim Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen zu beachten ist und wie auftretende Probleme oder Konflikte bearbeitet werden können.

Jobpaten und Jobpatinnen in Hürth werden vor fachlich begleitet von Caritas, Katholischem Kirchengemeindeverband und Sozialdienst katholischer Frauen. Darüber hinaus können Sie das umfangreiche Schulungsangebot des katholischen Bildungswerkes nutzen. 

Wenn Sie Interesse haben, als Jobpatin oder Jobpate aktiv zu werden, melden Sie sich gerne bei uns:

Anna Breuer-Wirges
Koordinatorin Aktion Neue Nachbarn im Rhein-Erft-Kreis
An St. Severin 11-13
50226 Frechen
Tel: 02234 603 98 24
E-Mail: breuer-wirges@skf-erftkreis.de

 

Rahmenkriterien_Jobpatenschaften

 

 

Hürther Brücke der Kulturen e. V.

Die 2015 gegründete Migranten Selbstorganisation "Hürther Brücke der Kulturen e.V." hat ein vielfältiges Angebot für Geflüchtete auf die Beine gestellt. Auführliche Informationen finden Sie auf der Homepage des Vereins, oder im aktuellen Flyer.

Frauentreff: Starke Frauen

Mittwoch Morgen in Hürth: aus einem kleinen Gruppenraum in den Räumlichkeiten der Hürther Brücke der Kulturen durftet es nach Kaffee,  Stimmengewirr ist zu hören, spielende Kinder und quasselnde Frauen haben sich zum Frauentreff eingefunden. Bei der „Hürther Brücke der Kulturen e.V.“ (HBK) treffen sich jede Woche geflüchtete Frauen mit ihren Kindern zum Austausch und um mehr über das Leben in Deutschland zu erfahren.

Sie hören von der Gruppenleitung Anna Mussawi etwas über die Lebensweise in Deutschland und wie Bildungs- und Gesundheitssystem funktionieren. Die Iranerin möchte das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit vor allem derjenigen Frauen stärken, die es eher gewohnt sind, sich im Hintergrund zu halten und für Haushalt und Kinder zu sorgen. Anna Mussawi zeigt bei den Treffen beispielsweise kurze Filme zu Gesundheitsthemen. Anschließend entspinnt sich darüber ein lockeres Gespräch. Die Projektleiterin vermittelt dabei auch passendes Vokabular, z. B. für Arztbesuche oder die Kindergartenanmeldung.

Auch vermeintliche Tabuthemen wie Verhütung und häusliche Gewalt spricht sie an. Manche Diskussion entsteht aus einem aktuellen Anlass. Die Frauen sollen erleben, frei ihre Meinung äußern zu können, gehört zu werden und mitzureden.